Aktionen

Kiezspaziergänge – Wir entfernen rechte Propaganda!

Im Jahr 2012 mussten wir feststellen, dass es immer wieder zu massiven Propaganda-Aktionen Graffiti Johannisthal 20130208der rechten Szene kommt. Besonders Süd-Johannisthal, also der Springbornkiez und der südliche Sterndamm, wurden mit Hunderten Aufklebern und Hakenkreuz-Schmierereien verunstaltetNPD 1. Wir wollten das nicht länger hinnehmen. Neonazis und ihre Ideologie dürfen nicht das Straßenbild bestimmen. Wir wollen stattdessen ein buntes Johannisthal, in dem sich niemand ausgegrenzt fühlen muss.

 

Deswegen hDSC_0074aben wir seit Juni 2012 insgesamt etwa 10 Kiezspaziergänge organisiert. Wir treffen uns mit Schwämmen, Wasser, Spachtel und Graffiti-Ex und entfernen die unsägliche Propaganda. Bis zu 100 Personen haben zeitweise teilgenommen, jung und alt, Gruppen aus dem JuJo oder der Montgolfier-Schule und viele Einzelpersonen. Die Medien haben immer wieder darüber berichtet, beispielsweise die Berliner Zeitung oder die taz.

Mittlerweile entfernen Anwohnerinnen und Anwohner rDSC_0064echte Propaganda auf eigene Faust. Wichtig ist dabei, die Propaganda zu erkennen, dazu gibt es hier Informationen. Viele nehmen zum Einkaufen einen Spachtel mit und kratzen Hetzaufkleber einfach weg. Dadurch mussten in 2014 noch keine großen Putzspaziergänge organisiert werden. Außerdem hat die rechte Szene gemerkt, dass ihre Aktionen in Johannisthal nichts bringen. Eine aktive Zivilgesellschaft wehrt sich gegen die Vereinnahmung von Stromkästen und Laternen, Nazi-Propaganda hat hier keinen Platz!

Gibt es bei Ihnen um die Ecke immer wieder Nazi-Aufkleber? Oder wohnen Sie nicht in Johannisthal, wollen aber Tipps zum Thema Kiezspaziergänge? Melden Sie sich bei uns!

 

Malaktionen – Wir machen Johannisthal bunter!

Während Nazis das Straßenbild mit ihrer Hetzpropaganda verunstalten, bringen wir Farbe ins Spiel. Wir wollen zum einen den Nazis die kahlen Flächen wegnehmen, auf denen sie sonst ihre Aufkleber und Graffitis hinterlassen. Und zum anderen machen wir Johannisthal damit bunter, geben Kindern die Möglichkeit sich auszuprobieren oder geben Graffiti-Künstlerinnen und -Künstlern Gestaltungsfläche.DSC_5943

Unser größtes Projekt war bisher die bunte Bemalung eines Trafo-Häuschens an der Ecke Stubenrauchstraße/ Springbronstraße. Mit einem Fest haben wir das neugestaltete Häuschen eiDSC_5925ngeweiht und über 100 Johannisthalerinnen und Johannisthaler mit Gegrilltem und Kuchen verköstigt. Der Bezirksbürgermeister hat ein paar feierliche Worte an uns gerichtet. Leider wurde das Häuschen zwischenzeitlich ganze drei Mal komplett beschmiert und das Wandbild zerstört. Nach mehrmaliger Wiederherstellung ist die gestaltete Fläche derzeit leider nicht mehr sichtbar.

DSC_5921Wir lassen uns davon jedoch nicht einschüchtern und gestalten viele weitere Flächen. Ein Kunstkurs des Montgolfier-Gymnasiums nimmt sich einiger Post-Kästen rund um den Sterndamm an und malt dort im Schuljahr 2014/15 Bilder von optischen Täuschungen. Auf dem Fest für Demokratie am 24. Mai 2014 wurde zusätzlich eine weitere Aktion gestartet. Kinder malten Tier-Motive, die wir dann auf fünf Kästen von Post und Vattenfall an der Ecke Sterndamm/ Waldstraße angebracht haben. Mit einem kleinen Fest wurden diese Kästen eingeweiht.

Wir malen nicht nur, sondern helfen auch regelmäßig bei der Pflege des Albinea-Platzes. Diese Fläche mitten in Johannisthal gegenüber von der Winckelmannstraße am Sterndamm (neben der evangelischen Kirche) beherbergt ein leider oft unbekanntes Mahnmal gegen den Nationalsozialismus und wird kaum gepflegt. Deswegen haben zwei Anwohnerinnen sich entschlossen, dies auf eigene Faust zu machen. Wir unterstützen sie dabei!

Wollen auch Sie Objekte im öffentlichen Straßenland gestalten? Oder sind Sie KünsterlerIn und wollen sich mal ausprobieren? Dann melden Sie sich bei uns!

Feste – Wir bringen den Kiez zusammen!

Während Nazis einen Keil in die Gesellschaft treiben wollen, bringen wir sie zusammen. Nicht nur die Einweihung neuer bemalter Kästen und Wände feiern wir. 2013 fand auf unsere Initiative ein Solidaritätsfest im JuJo statt. Vorher hatte sich ein Anwohner aus dem Flughafen-Kiez bei uns gemeldet, der immer wieder von seinem Nachbarn rassistisch beleidigt wurde. Über Jahre hinweg ging das so, nichts änderte sich. Auf unserem Fest brachte er dann seine Familie mit, etwa 40 Leuten aßen gemeinsam, diskutierten über Rassismus und lauschten orientalischen Klängen. Und siehe da, nach dem Fest und entsprechender Berichterstattung war erstmal Schluss mit rassistischen Pöbeleien.

Auch beim Fest für Demokratie sind wir präsent. Jedes Jahr wird rund um den Bahnhof Schöneweide, seit 2013 in der Schnellerstraße, Demokratie in Treptow-Köpenick gefeiert. Mit zwei Bühnen, einem aufblasbaren Fußballfeld, einer Halfpipe, Kuhschablonen zum Besprühen, leckerem Essen und vielfältigen Informationen ist das Fest jedes Jahr ein Treffpunkt für Menschen aus dem ganzen Bezirk. Auch 2014 waren wir wieder dabei und haben unter anderem leckere Johannist(h)aler gebacken. Das nächste Fest ist voraussichtlich am 30. Mai 2015.

Wohnen Sie in Johannisthal und wollen mal Ihre Nachbarschaft zusammen bringen? Melden Sie sich bei uns, wir organisieren etwas!